Pressespiegel:  
 
 
   
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  Erscheinungsdatum: 08. Dezember 2004  
  Landwirte beraten Landwirte  
  Ob Milchvieh, Futter oder Betriebswirtschaft: Den Landwirten der Region steht ein breites Beratungsangebot zur Verfügung. Doch wer sich für Naturschutz interessiert, war bisher eher schlecht beraten. Das soll sich mit einer neuen Beratungsstelle jetzt ändern.  
 
Naturschutzberatung vor Ort (von links): Marcus Wewer, Geschäftsführer Ecoland Hohenlohe, Eva Meyerhoff, Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, Landwirt Gerhard Walter, Geißelhardt und Projektleiter Christoph Zimmer.
„Naturschutzberatung Hohenlohe“ nennt sich ein ambitioniertes Projekt, das Landwirte der Region für Landwirte anbieten wollen. Eine Pilotphase ging aus Sicht der Verantwortlichen bereits äußerst erfolgversprechend über die Bühne.
„Zwischen Landwirtschaft und Naturschutz besteht einerseits traditionell ein Spannungsfeld“, sagt Christoph Zimmer, Geschäftsführer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Andererseits nehmen Bauern unmittelbar vielfältige Naturschutzaufgaben wahr, weiß Zimmer. Der 27-jährige gelernte Landwirt leitet die Naturschutzberatung.
Christoph Zimmer hat sich dafür in Niedersachsen fortgebildet, seine dortige Kollegin Eva Meyerhoff hat im „Kompetenzzentrum Ökolandbau“ mehrjährig Erfahrung gesammelt. Meyerhoff wiederum weilte vor kurzem einige Tage in Schwäbisch Hall, um zusammen mit Zimmer die Situation vor Ort zu sondieren.
Was ist Gegenstand der Beratung, wie läuft sie ab? Zimmer und Meyerhoff sind direkt auf Landwirte zugegangen. Von Kollege zu Kollege wurden konkrete Fragen erörtert: Wo ist zum Beispiel die Pflanzung einer Hecke möglich, wie wirkt sich der Flächenverlust aus, welche Heckenpflanzen sollte man verwenden? Und vor allem: Wer gibt Zuschüsse für eine solche Maßnahme?
Die Beratung ist individuell und kostenlos, sie setzt an den Bedürfnissen und Wünschen der Bauern an. Zimmer sieht sich in einer Scharnierfunktion zwischen Betrieb und Ämtern. „Die Hemmschwelle, in Sachen Naturschutz auf Ämter zuzugehen, ist groß.“ Oft komme es sogar zu Interessenkonflikten zwischen Bauer und Naturschutzbehörde. In dem Berater finden die Landwirte dagegen eine Vertrauensperson, die Interessen ausgleichen kann.
Zehn landwirtschaftliche Betriebe wurden im Rahmen der Pilotphase bereits beraten. „Es ist ein Bedarf vorhanden“, sagt Marcus Wewer, Geschäftsführer von „Ecoland Hohenlohe“. Die Naturschutzberatung wird von dem Bio-Verband getragen, dieser wiederum kooperiert unmittelbar mit der Initiative Hohenlohe Aktiv. Die Vernetzung von Kompetenzen ist also Programm.
Gewinner der Beratung sollen übrigens nicht nur die Landwirte sein. Stadt, Kreis, Land, Schulen, Vereine – je nach geplanter Naturschutz-Maßnahme können auch andere profitieren. Will ein Bauer etwa Nistkästen aufhängen, würde Christoph Zimmer auf Schulen zugehen. Im Werkunterricht könnten die Kästen gebaut werden, der Bio-Lehrer könnte Informationen zu den Vögeln geben, die „Aufhäng-Aktion“ wäre eine zusätzliche Bereicherung des Unterrichts, die Vögel wiederum bereichern das Landschaftsbild, die Artenvielfalt könnte eine Säule für ein Tourismuskonzept sein...
„Es sind viele gute Ideen bei den Landwirten vorhanden“, sagt Zimmer. Und die Chancen, dass die Beratungsstelle fest installiert wird, stehen nicht schlecht. Voraussichtlich im Frühjahr wird sich Hohenlohe Aktiv mit der Finanzierung der Stelle beschäftigen – wenn Zimmers Bericht über die Pilotphase positives Gehör findet. Es wäre übrigens die erste Stelle ihrer Art in Baden-Württemberg.

INFO: Interessierte Landwirte können sich unter der Rufnummer 07904/979760 an Christoph Zimmer wenden. Informationen über das „Wie“ einer Naturschutzberatung gibt es im Internet unter der Adresse www.oeko-komp.de. Grundsätzliches und ganz Konkretes über die Themen Vernetzung und Regionalmanagement erfährt man über die Webseite www.hohenloheaktiv.de.

Michael Schwarz; Haller Tagblatt, Hohenloher Tagblatt, Gaildorfer Rundschau vom 08.12.2004